„Gemarkungswanderung“

Grenzen überwinden, Heimat erkunden: Gemeinsame Gemarkungswanderung der Grünen von Ketsch und Schwetzingen

Nach einer kurzen Begrüßung durch den Ortsverbandssprecher der Grünen in Ketsch, Nikolaus Eberhardt, übernahm der Ketscher Gemeinderat Günther Martin die Führung der Gruppe. Ziel der Exkursion war es, die Heimat zu erkunden und den historisch gewachsenen Verlauf der Gemarkungsgrenze zwischen Ketsch und seinem großen Nachbarn Schwetzingen besser kennenzulernen. Die durch zahlreiche Besonderheiten geprägte Grenzlinie bot dabei Anlass für viele interessante Geschichten und Anekdoten.

Begonnen wurde am südlichsten Punkt der Gemarkung, dem sogenannten „Dreiländereck“ zwischen Ketsch, Schwetzingen und Hockenheim. Dort reichten sich die Schwetzinger Stadträtin Dr. Susanne Hierschbiel auf Schwetzinger Gemarkung und Nikolaus Eberhardt auf Ketscher Gemarkung symbolisch die Hand.

Anschließend führte der Weg nach Norden über die Felder. Unterwegs wurden Themen wie der geplante Kiesabbau im Entenpfuhl, die dortige Bebauung sowie immer wieder der teils eigenwillige Verlauf der Gemarkungsgrenze erläutert. Schließlich erreichte die Gruppe den Ketscher Bauhof, an dessen Gelände ebenfalls die Grenze verläuft. Dies führt zu der kuriosen Situation, dass der Glascontainer auf Ketscher Gemarkung steht, illegal abgelagerter Müll jedoch häufig auf Schwetzinger Gemarkung landet und deshalb vom Schwetzinger Bauhof entfernt werden muss. Eine ähnliche Besonderheit betrifft die am Heuweg gepflanzten Bäume: Sie stehen auf Schwetzinger Gemarkung und müssen daher trotz der unmittelbar benachbarten Wasserentnahmestelle des Ketscher Bauhofs von Schwetzingen aus bewässert werden.

Im weiteren Verlauf kam die Gruppe am ehemaligen Schwetzinger Schuttloch vorbei. Dieses Gelände sollte schon vor langer Zeit gegen Ketscher Flächen getauscht werden, um die Grenzlinie zu begradigen. Ketsch lehnte dies jedoch stets ab, da man mögliche Altlasten befürchtete.

Auch die Spilger-Kiesgrube wurde besucht. Von dem heute ökologisch wertvollen Naturkleinod war allerdings nur wenig zu erkennen, da das Gelände vollständig zugewachsen und eingezäunt ist. Erstaunlich war hingegen der rege Autoverkehr auf dem eigentlich gesperrten Feldweg.

Anschließend führte die Route über die Brücke, vorbei an der A6 und der Schnellbahntrasse sowie an den Kleingärten bis zum Schwetzinger Stadion. Dort endete die rund zweistündige Führung am alten Grenzstein. Den hochsommerlichen Temperaturen Tribut zollend, verlegte die Gruppe die weitere Diskussion in die nahe gelegene Gastronomie, wo sich die Teilnehmer etwas abkühlen konnten. Eine Fortsetzung der Grenzwanderung wurde bereits vereinbart.

Stadträtin Dr. Susanne Hierschbiel auf Schwetzinger und Ortsverbandssprecher Nikolaus Eberhardt auf Ketscher Gemarkung.
Die ganze Gruppe vor dem Start.