Der 9. November markiert zahlreiche Wendepunkte der deutschen Geschichte. Dieser Tag steht für Veränderungen und zugleich als Mahnung gegen das Vergessen: In der Nacht vom 9. November 1938 verübten die Nationalsozialisten ein Pogrom an der jüdischen Bevölkerung: Weit mehr als 1000 Synagogen wurden zerstört und mehr als 7.000 jüdische Geschäfte in Brand gesetzt und geplündert.
Zigtausende Menschen wurden getötet oder in Konzentrationslager verschleppt. Zahlreiche Initiativen bundesweit organisieren an diesem Tag deshalb Mahnwachen und setzen ein solches Zeichen gegen das Vergessen.
Aus den Verbrechen des Nationalsozialismus leitet sich gerade auch für uns hier in Deutschland eine besondere Verantwortung ab: Antisemitismus, egal in welcher Form, darf in Deutschland keinen Platz
haben. Es ist unsere Verantwortung, für das friedliche Miteinander von Menschen aller Religionen und Kulturen in Deutschland einzutreten.
Denn Nichtvergessen alleine reicht nicht. Gedenken bedeutet auch, klar zu zeigen, wofür wir stehen: für die Würde aller Menschen, für Gleichheit und Gleichberechtigung, für Religionsfreiheit, für das Recht auf Asyl, für Klimaschutz als Menschenrecht, für das Recht auf freie Meinungsäußerung ohne Hass und Bedrohung, für Selbstbestimmung, für Vielfalt und für unser Grundgesetz.
Vor diesem Hintergrund verurteilen wir den aufflammenden Antisemitismus auf deutschen Straßen.
Es ist unerträglich, dass 88 Jahre nach der Reichspogromnacht, Menschen jüdischen Glaubens in Deutschland wieder Grund haben, den Gang auf die Straße zu fürchten, dass sie Sorge um ihre Kinder in Kindergärten und Schulen haben.
Das Bündnis für Demokratie und Vielfalt Ketsch möchte daran erinnern, wie fragil unsere Demokratie auch nach mehr als 75 Jahren sein kann, wenn sie nicht gelebt und aktiv verteidigt wird.
In Ketsch wird es am Montag, dem 9. November um 17 Uhr deshalb eine Gedenkveranstaltung am Rathaus geben, in dessen direktem Umkreis alleine fünf der sechs Ketscher Stolpersteine verlegt sind. Zuvor, ab 16 Uhr werden wir gemeinsam die rund ums Rathaus verlegten Stolpersteine
polieren. Die Ketscher Grünen unterstützen die Aktion. Auch die Bevölkerung ist zu
beiden Veranstaltungen herzlich eingeladen. Denn nie wieder ist jetzt. Das gilt für jeden einzelnen von uns an jedem einzelnen Tag.
Gemeinsames Gedenken am 9. November
